Das macht mich traurig.

Mein neues Buch gefällt mir gut, sehr gut sogar. So gut, dass ich immer nur weinen könnte. Es ist fesselnd, erreicht mich, ich möchte gar nicht aufhören zu lesen und kann nicht abwarten zu erfahren wie es weiter geht.

Mehr kann man sich doch von einem Buch nicht wünschen, oder?

Genau, mehr kann man sich nicht wünschen.

Ich bin eine Autorin. Genauer gesagt möchte ich gern eine Autorin sein, aber ich habe seit Jahren nichts Vorzeigbares fertig gestellt. Tagebucheinträge ja, ein paar Kurzge-schichten und Gedanken verfolgt, aber kein Buch mehr. Dabei ist es mein größter Wunsch, mal wieder ein Buch zu schreiben, genau so: das mich fesselt, mir Freude macht und mich zufriedenstellt.

Genau weiß ich nicht, warum ich nicht einfach anfange, einem inneren Satz folge oder eine Idee zu Papier bringe, es gibt 1000 Gründe, die dagegen sprechen. Ich möchte es perfekt machen, nichts soll falsch daran sein. Ich möchte niemandem zu nahe treten, es könnte ja sein, dass sich jemand wiedererkennt und mir hinterher Vorwürfe macht. Ich brauche gar nicht erst anzufangen, weil ich keine Möglichkeit mehr habe, es zu binden, ganz zu schweigen von einem Verlag, der interessiert wäre an dem was ich schreibe.

Immer wenn ich das Buch zur Hand nehme, denke ich: das nächste wird sofort gekauft, ich weiß, dass es weitere von Mariana Leky gibt. Die Kritik in einer Zeitschrift war so überwältigend, dass ich gar nicht anders konnte als „Die Herrenausstatterin“ zu kaufen.

Ein besonderer Clou: die Titelgeberin ist noch gar nicht aufgetaucht, obwohl ich schon drei Viertel des Buches gelesen habe, aber ich habe eine Ahnung, wann sie erscheinen wird, und bin gespannt, ob es so ist wie ich denke. Wie gesagt, mehr kann man sich von einem Buch nicht wünschen.

Und wieder steigt das Elend in mir hoch: ach, könnte ich doch, wäre ich nicht so voller Selbstzweifel, Themen gibt es genug und Ideen habe ich mehr als ich Zeit zum Schreiben habe, wenn mir nicht der Mut fehlte. Ich könnte ganze Regale füllen mit Manuskripten und angefangenen Geschichten, Betrachtungen und Büchern. Zwanzig Jahre bin ich schon dran am Thema Schreiben, ich habe es nie ganz aus den Augen verloren, immer verfeinert und viel gelesen, um möglichst viel aufzunehmen, was mir vielleicht dienen könnte, wenn … ja wenn ich den großen Wurf lande, den Bestseller, der mir den Durch-bruch bringt, die Geschichte die viele bewegt und Wellen schlägt!

Liebe Mariana, ich sag einfach mal Du, ich danke für Deine großartige Art zu schreiben.

 


Gestatten, mein Name ist Eva, ich bin 61 Jahre jung und voller Ideen und Zweifel.

3 Kommentare zu „Das macht mich traurig.

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